Eine traditionelle Beerdigung

17Okt2019

Wie man dem Titel bereits entnehmen kann, möchte ich euch heute von einem weiteren kulturellen Erlebnis berichten: Vor 2 Wochen ist der Vater meiner Arbeitskollegin Zintle leider sehr überraschend verstorben. Traditionsgemäß fand an dem Samstag 1 Woche nach dem Tod die Beerdigung statt und da es hier üblich ist an dieser teilzunehmen, sobald man ein Familienmitglied des Verstorbenen kennt, machten wir uns um 9 Uhr auf den Weg ins Township zur Kirche. Bei unserer Ankunft war der Gottesdienst schon in vollem Gange und ich war wiedermal sehr überrascht: Die komplette Halle war voll, alle Leute standen an ihren Plätzen und sangen lautstark ein fröhliches Lied. Willkommen in Südafrika!laughing

Der Aufbau der Kirche ist eigentlich dem in Deutschland sehr ähnlich. Vorne gab es ein Podest mit Rednerpult, wo abwechselnd von verschiedenen Männern/Familienmitgliedern Reden gehalten wurden. Davor stand der mit Blumen dekorierte Sarg und der Rest der Kirche war mit Holzbänken gefüllt. Es folgten weitere 2 Stunden Gottesdienst, in denen ich leider kein Wort verstanden habe, da alle Reden auf Xhosa gehalten wurdensurprised. Nichtsdestotrotz war es einfach nur total beeindruckend. Alle 10 min stimmten ein paar Frauen mit kräftigen Stimmen ein neues Lied an und alle Gäste begannen zu singen. Anschließend wurde der Sarg unter weiterem Gesang in ein Auto getragen, alle Gäste in Minibusse gesetzt und auf ging es zu einem Friedhof am anderen Ende von Grahamstown. Hier fand nun die Beisetzung statt und jeder konnte sich noch einmal von dem Verstorbenen verabschieden (natürlich auch wieder mit viel Gesang). Anschließend fuhren wir mit den Minibussen zum Haus der Familie, wo extra ein schattenspendender Pavillon aufgebaut wurde. Jeder Gast bekam ein Getränk und ein vorbereitetes Essenspaket (Kartoffeln, Fleisch (Wer hätte es gedachtwink), Chakalaka, Rote Beete Salat), sodass einfach nur noch das gemütliche Beisammensein genossen werden konnte. Wir mussten uns nach 1 h aber auch leider schon wieder verabschieden, da wir noch zum „End-of-year concert“ des „Access Music Project“ (Eine andere Organisation bei uns im Gemeindezentrum, wo die Schüler nach der Schule Musikunterricht erhalten.) eingeladen waren.

Insgesamt war es ein sehr spannender Tag, der mir sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.smile

Fotos/Videos habe ich aus Respekt leider so gut wie gar nicht gemacht, aber hier sind trotzdem ein paar kurze Eindrücke. laughing

Das obligatorische Essensfoto

Und hier noch ein kurzes Video cool: Einfach anklicken :)

 

Viele Grüße aus dem heißen Grahamstown (Heute waren es 41 Grad! Der Sommer kommtcool) und bis bald!