Vom glücklichsten Menschen der Welt zum bisher härtesten Schritt meines Lebens

03April2020

Heute gibt es von einer 180-Grad-Wendung der Dinge zu berichten, also holt euch ruhig erstmal einen Kaffee, denn das hier wird sicher ein halbes Buch. Aber nun lasst mich erstmal mit dem Positiven anfangen:

Mitte Februar machte ich mich mit den 22 restlichen Freiwilligen auf den Weg zu unserem Zwischenseminar an die Wild Coast – Wahnsinn, es war Halbzeit!
Und so verbrachten wir gemeinsam mit unseren Mentoren eine wunderschöne Woche und ich habe es sehr genossen mich mit allen mal wieder so richtig austauschen zu können.  1 Woche einfach mal ohne Handy, dafür mit ganz vielen Gesprächen mit tollen Menschen und ganz viel Zeit zum Nachdenken und Abschalten.
Gestartet haben wir für 2 Tage an einem meiner Lieblingsorte auf der großen weiten Welt: Bulungulalaughing. Neben vielen Schwimmsessions am einsamen Strand (okay, ein paar Kühe waren mit anwesendwink) und einem traumhaften Pancake-Sunrise-Frühstück bestand unser Seminar erstmal daraus, dass jeder ein wenig von den vergangenen 6 Monaten berichtet und das Gesamtfazit war zur Überraschung unserer Mentoren (verglichen mit vorherigen Jahrgängen) extrem positiv: Alles supi, alle happy, so kann es weitergehen! cool
Nach 2 Tagen in Bulungula machten wir uns dann zu Fuß bei perfektem Wetter mit unserem Gepäck auf den Weg Richtung Coffee Bay. Dieses Mal allerdings nicht an einem Stück, sondern mit 2 Übernachtungen in traditionellen Xhosa-Dörfern. Das 1. Dorf war echt wie ein kleines Luxushotel im Busch:  Unser Abendessen genossen wir am Feuer mit Blick auf einen Sternenhimmel der Extraklasse: So viele Sterne (inklusive der gesamten Milchstraße) hat niemand von uns jemals zuvor gesehen – einfach nur der absolute Wahnsinn. Und so beschlossen ich und ein paar weitere Freiwillige spontan die Nacht einfach mal unter freiem Himmel zu verbringen- definitiv die beste Entscheidung dieser Woche surprised. Weiter ging es ins 2. und letzte Dorf, wo die Welt schon etwas anders aussah: Gewaschen wurde sich mit einer kleinen Wasserschüssel, das Plumpsklo wurde im besten Fall vermieden und geschlafen wurde zu fünfzehnt in einer kleinen Rundhütte – Willkommen im „wahren“ Südafrika – Ich liebe es diese Erfahrungen machen zu dürfen! Die letzten 2 Tage verbrachten wir dann (bei leider sehr schlechtem Wetter) in einem Hipster-Backpacker in Coffee Bay, wo wir dann viel über unsere Ziele und Erwartungen für die restliche Zeit sprachen. All in all: Ein klasse Seminar mit perfektem Mix aus freien Gesprächen und richtigen Seminarsessions. Ein riesiges DANKESCHÖN an unsere Mentoren Jonas und Thomas!

 

Doch für mich war hier noch nicht Schluss, denn es ging mit meinen 3 Mädels weiter für eine Woche in die traumhafte Landschaft der Drakensberge. Mit einer Wanderung auf das Amphitheater erklommen wir zugleich Afrikas höchsten Wasserfall bzw. den zweithöchsten Wasserfall der Welt- die „Tugela Falls“. Der Abstieg gestaltete sich mit einer 30 m hohen Kettenleiter ohne jegliche Sicherung als sehr abenteuerlich (insbesondere mit den ziemlich schweren Rucksäcken) – in Deutschland wäre das tausendmal als Klettersteig gekennzeichnet worden und die Warnschilder wären nicht zu übersehen gewesen, aber hey: That‘s Africa and I love it! laughing
Nach 3 Tagen ging es dann mit einem Zwischenstopp beim Ziplining weiter zur Grenze nach Lesotho in die Sani-Lodge, wo wir den Urlaub mit ein bisschen Wein am Pool ausklingen ließen. In unsere Rückreise bauten wir auch noch eine Zwischenübernachtung in der coolen Mdumbi Backpacker Lodge ein (Die Straße dahin war auch sehr aufregend – armes Mietautoyell), da wir keine 14 h am Stück zurück nach Hause fahren wollten.

 Ziplinig :)

Und so schnell waren 2 Wochen schon wieder vorbei. 2 Wochen ohne viel Handy-Netz, in denen man perfekt dem Alltag entfliehen konnte, 2 Wochen mit den wohl schönsten Orten der Welt und 2 Wochen, in denen ich sehr viel über mich selbst lernen konnte!

Nach 2 Wochen Urlaub war ich dann aber auch sehr glücklich mal wieder zurück auf Arbeit zu sein und alle wiederzusehen. Doch diese Freude hielt nicht lange an, denn dann kam COVID-19. Tagtäglich habe ich jede Sekunde auf dem Handy mit ansehen müssen, wie sich die Lage weltweit immer mehr zuspitzt und dabei hatte ich zu diesem Zeitpunkt nur noch einen Gedanken im Kopf: Hoffentlich kann meine Familie Anfang April zu mir fliegensurprised.
Am Samstag dem 14.03. fuhr ich noch zu meinem ersten Volleyballturnier in Südafrika, ohne auch nur zu ahnen, dass meine Welt ab dem nächsten Tag total Kopf stehen wird und ich wohl so schnell nie wieder mit meinen Mädels auf dem Feld stehen werde (Ein südafrikanisches Volleyballturnier ist echt eine Nummer für sich: Gesang vom Publikum ohne Ende, nach jedem Punkt einen neuen Teamspruch schreien, sodass meine Stimme am Ende des Tages nicht mehr vorhanden war – Ich liebe essmile).  
Und dann war es soweit: Mit fast 2 h Verspätung hielt der südafrikanische Präsident Ramaphosa am Sonntagabend eine Ansprache an die Nation. Das Wort „travel ban“ hat ausgereicht, dass ich in meiner Küche sofort in Tränen ausgebrochen bin, denn das wars mit dem großen Traum endlich meiner Familie zeigen zu können, was ich mir hier aufgebaut habe und was mich an diesem Land so begeistertcry. Aber hey: #staypositive Aufgeschoben ist nicht aufgehoben!


Doch das war nicht alles: Ab Mittwoch sollten alle Schulen landesweit für einen Monat geschlossen werden, was auch die Schließung meiner Arbeitsstelle und damit Homeoffice bedeutet. So schön so gut, das war alles noch kein Weltuntergang und die nächsten 2 Tage ging es für mich auch ganz normal auf Arbeit: Der kommende Monat Homeoffice wurde geplant und an einen möglichen Rückflug wurde eigentlich noch gar nicht wirklich gedacht bzw. wollte ich auch gar nicht daran denken. Durch unsere Mentoren haben wir allerdings schon mitbekommen, dass das Bundesministerium diskutiert uns zurück nach Deutschland zu holenfrown.
Montagnacht wurde also auch noch ein Brief von uns Freiwilligen an das Auswärtige Amt verfasst, in dem wir klarstellten, wie wichtig es für uns wäre gerade in so einer Situation das Land und die Gesellschaft vor Ort zu unterstützen.


Nach 2 schlaflosen Nächten kam dann Dienstag der Anruf meines Mentors, der meine Welt zum Einsturz brachte: Das Bundesministerium hat in Zusammenarbeit mit dem Auswärtigen Amt entschieden alle weltwärts-Freiwilligen weltweit (unabhängig von der Corona-Situation im Land) verpflichtend zurückzuholencry.
Der Grund: Es kann nicht sichergestellt werden, ob zu einem späteren Zeitpunkt noch Rückflüge verfügbar sind (Und leider Gottes hat das Ministerium damit auch Recht behalten - Wir wurden so ziemlich in letzter Sekunde aus dem Land geholtundecided).
Ich hatte also keine andere Wahl und es war klar, dass ich in 4 Tagen in einem Flieger sitzen werde, der mich von einem Land mit weniger als 100 Infizierten in ein Land mit über 22000 Infizierten brachte. Irgendwie im ersten Moment total absurd und alles was ich empfand war Wut, Trauer und Überforderung. Für mich ist eine komplette Welt zusammengebrochen und hätte ich alle Tränen der letzten 2 Wochen aufgefangen, dann wären jetzt vermutlich alle Wasserprobleme Afrikas gelöstcry. Aber wir mussten die Situation akzeptieren und das Beste draus machen, also mieten Phillip und ich uns ein Auto und fuhren mit unserem besten Freund Thandu ein letztes Mal nach Kenton zum Strand, in den Addo und genossen einfach die letzten Tage mit unseren Freunden, bei denen wir keine Ahnung haben wann man sich wiedersiehtfrown. Freitag mussten wir uns dann endgültig von Grahamstown und von der Arbeit verabschieden. Die 2 fetten Koffer wurden gepackt, ein letztes Mal ging es auf Arbeit zum Bye bye sagen und los ging es nach PE. Das Gefühl zu sehen, wie mein zu Hause im Rückspiegel immer kleiner wurde und ich nicht weiß, wann ich wiederkommen kann, war/ist einfach nur schrecklichyell. In PE nutzten wir dann die letzten 24 h in Südafrika nochmal voll aus: Sonnenuntergang mit allen Eastern Cape Freiwilligen und natürlich Corona (also das Bier – keine Sorgewink), Sonnenaufgang mit Delfinen am Meer, die letzte Freiheit genießen…

Samstag früh war es dann soweit: Abschied nehmen: Abschied von einem Land das mich begeistert, Abschied von meinem Mentor, Abschied von vielen Freunden und Abschied von einer Zeit, die unvergesslich bleiben wird. Und dann war er da: Der wohl bisher härteste Schritt (oder eher 3 Schritte) meines Lebens. 3 Flüge und 11 h Aufenthalt in London lagen vor mir und trotzdem war jedes Abheben eines Fliegers ein Stich ins Herz,  die Tränen waren nicht mehr aufzuhalten und ich sagte mindestens 50 Mal zu Lena „Lena? Ich kann da nicht einsteigen! Das geht nicht! “ (Sorry for that Lenski tongue-out). Ich wollte es einfach nicht wahrhaben und schaute alle 5 min an die Tafeln am Flughafen, ob die Flüge vielleicht nicht doch noch gestrichen werden. Tja, nichts war: Plötzlich sah ich da Düsseldorf unter mir mit all diesen schönen deutschen Wohnhäusern und suchte vergeblich das Township.

Und nach 32 h Reise stand ich dann auf einmal wieder in meinem Zimmer in Deutschland und habe nach wie vor einen Kultur- und Kälteschock der Extraklasse. Plötzlich hat man regelmäßig Strom und Wasser, eine Heizung im Haus, fährt auf der falschen Straßenseite Auto (so langsam habe ich den Dreh mit dem Rechtsverkehr und den Vorfahrtsregelungen aber wieder rauswink), hat einen Geschirrspüler… Aber irgendwie habe ich diesen Luxus nicht vermisst und vermisse jetzt eher meinen Spaza-Shop im Township und meine Esel vor der Haustür. Ich bin in Deutschland und stehe vor einer Zukunft mit lauter Fragezeichen: Wann kann ich meine Freunde und Familie endlich wiedersehen? Wird dieser Sommer überhaupt ansatzweise normal? (Eigentlich habe ich schon wieder tausende Pläne im Kopf: Konzerte, Festivals, Jobben, Reisen… Aber wer weiß, ob ich überhaupt irgendwas davon realisieren kann) Und wann kann ich wieder zurück nach Südafrika?yell

Trotz aller Wut und Trauer möchte ich hier aber eine ganz klare Botschaft vermitteln: Ich bin DANKBAR, unfassbar dankbar für die wohl intensivsten 6,5 Monate meines Lebens, für unvergessliche Erlebnisse, für wahre Freundschaften, für jeden Sonnenauf- und -untergang, den ich sehen durfte und für einen Ort am anderen Ende der Welt, den ich zu Hause nennen kannlaughing. Ich sollte dankbar dafür sein, dass ich die Chance hatte in diesen Flieger zu steigen. Einen Flieger, der mich nach Europa gebracht hat, wo ein stabiles Gesundheitssystem und Sicherheit auf mich warteten. Es ist nicht fair, dass gerade ich das Glück habe einen deutschen Pass in der Hand zu halten und Milliarden andere Menschen wohl mit einem riesigen Grinsen an meiner Stelle in diesen Flieger gestiegen wärenfrown. Wir sollten uns viel öfter unserem sehr privilegierten Leben hier in Deutschland bewusst sein und uns nicht ständig über jede Kleinigkeit beschweren!

Wie geht es nun weiter?

Mein Freiwilligendienst ist für mich noch nicht beendet! Ich werde alles Mögliche dafür tun, um auch von hier aus meine Organisation zu unterstützen und habe bereits mit dem Homeoffice gestartet. Aktuell plane ich die restlichen Unterrichtsstunden für unsere 11. Klassen und auch wenn ich sehr froh bin noch Teil sein zu können, ist es ein verdammt komisches Gefühl, dass nicht mehr ich diejenige sein werde, die mit den Schülern interagiert und ihre Fortschritte sieht.surprised
Des Weiteren werde ich auch meine Entsendeorganisation SAGE Net so gut wie möglich unterstützen, damit noch viele Jugendliche nach mir die Chance haben diese einmalige Erfahrung zu machen.

Ansonsten verfolge ich die aktuelle Situation in Südafrika jede Minute und bin ununterbrochen mit meinem besten Freund Thandu in Kontakt. Leider sieht die aktuelle Lage ganz und gar nicht aus: Südafrika befindet sich momentan im 21 Tage „Lockdown“ (totale Ausgangssperre), die Fallzahlen steigen exponentiell (aktuell: 1462 Infizierte und 5 Todesfälle und die Dunkelziffer wid extrem hoch vermutet). Ich hoffe einfach nur, dass die Lage durch den Lockdown vielleicht doch nicht so schnell eskaliert, wie aktuell überall vermutet wird. Es tut einfach nur verdammt weh zu sehen, wie sich die Lage dort immer mehr verschlechtert und ich nichts tun kann außer zu versuchen meinem Freund Thandu die Angst zu nehmen. Die Wirtschaft ist, wie überall, immer mehr am zusammen brechen, da Südafrika nun mal vom Tourismussektor abhängig ist, der natürlich gerade total wegfällt und auch unsere NGO’s (Nicht-Regierungs-Organisationen), für die wir arbeiten, bangen um ihre Existenz, da viele Geldgeber weg fallen. Das sowieso schon schwache Bildungssystem droht immer mehr abzurutschen. E-Learning gibt es nur an den extrem teuren Privatschulen. Der Großteil der Schüler (natürlich besonders in den Townshipschulen) hat zu Hause aber keinen Zugang zu digitalen Ressourcen geschweige denn dem Internet. Wie der versäumte Stoff jemals wieder aufgeholt werden soll steht aktuell noch in den Sternen. Und das Corona in einem Land, was von dramatischen HIV-Zahlen geprägt ist, viel mehr Schaden anrichten kann, ist auch offensichtlich. Ich hoffe einfach nur das Beste!

Ja und zu guter Letzt ist natürlich eines ganz klar: Ich komme wieder! Das war kein Ende, kein richtiger Abschied und so lasse ich das garantiert nicht stehen! Ich werde so schnell wie möglich wieder nach Südafrika fliegen. Wann das sein wird, ist bei der aktuellen Lage weltweit natürlich noch total unklar, aber bevor ich nicht noch einmal dagewesen bin kann und will ich mit diesem Jahr nicht abschließen!

Und jetzt bin ich in Deutschland und stehe vor einer total ungewissen Zukunft mit tausenden Fragen. Aktuell muss ich erstmal noch meine 2 Wochen Quarantäne absitzen bevor ich endlich mal wieder Freunde sehen kann und wenigstens mit dem Elbow-Check Hallo sagen kann. So habe ich mir meine Rückkehr garantiert auch nie vorgestellt, aber das ist das Leben: Voller Überraschungen und ich werde das Beste draus machen! smile

Bleibt gesund, lasst euch nicht unterkriegen und macht immer das Beste draus! Es kommen auch wieder bessere Zeiten!wink

Fast Halbzeit

21Feb2020

In 8 Tagen ist Halbzeit und irgendwie kann ich nicht so richtig in Worte fassen, was dieser Gedanke in mir auslöst ... irgendwie Panik und Überforderungfrown. Wo sind die letzten 5,5 Monate denn bitte hin?! Das waren doch maximal 2. Es gibt noch so viel, was ich vorhabe und erleben will, da reicht die verbleibende Zeit doch niemals aus. Aber hey #staypositive: Noch ein Grund mehr, um so schnell wie möglich wiederzukommensmile. Aktuell kann ich mir aber absolut nicht vorstellen in 6 Monaten mit meinen 2 fetten Koffern ein letztes Mal die Haustür zuzuschließen und Au Revoir zu sagen. Aber ich denke das ist ein gutes Zeichen: Es zeigt mir, dass ich mich wohlfühle, dass ich stolz darauf sein kann, was ich mir hier aufgebaut habe und das ich vieles richtig gemacht habeinnocent.


Gerade in den letzten Wochen ist Grahamstown irgendwie noch viel mehr zu meinem zweiten zu Hause geworden und der Gedanke, dass ich in 6 Monaten wieder 10 000 km von einem zu Hause entfernt sein werde, macht mich traurigsurprised. So sehr ich es doch hasse regelmäßig kein Strom und Wasser zu haben (Mittlerweile habe ich mindestens 4 Tage in der Woche kein Wasser), habe ich mich trotzdem in mein kleines Städtchen verliebt. Jedes Mal habe ich ein Lächeln im Gesicht, wenn ein Esel vor meiner Haustür Lärm macht, sich auf dem Weg zur Arbeit mit meinem Fahrrad anlegen will oder die Leute mich im Township anfeuern, wenn ich auf meinem knallroten Fahrrad gemächlich den Berg hochstramplesmile .
Anfang Februar habe ich auch meine neue Mitbewohnerin Zenande (Pharamziestudentin im 4. Jahr) kennengelernt und wir verstehen uns blendend – Mein Glück: Sie putzt sehr gernecoolwink.
Außerdem bin ich seit Mitte Februar Mitglied des Volleyballteams der Uni und ich kann gar nicht beschreiben, wie glücklich mich das macht. 3 mal die Woche Training mit einem Team, das nur so vor Begeisterung für den Sport glüht und das mich typisch südafrikanisch jedes Mal beim Training mit lauten Ausrufen den Teamspirit spüren lässt – Ich freue mich auf viele weitere schweißtreibende Trainingsstunden und erfolgreiche Turniere mit den Mädelslaughing!
Seit einer Woche  kann ich auch endlich selbst ein Auto mieten, da ich meinen Führerschein nun seit einem Jahr habe. Das wurde natürlich sofort kräftig ausgenutzt und so ging es am letzten Wochenende  mit erstem eigenen Mietwagen nach PE, von wo aus wir eine Shoppingtour nach Jeffreys Bay unternahmen und natürlich wiedermal unseren geliebten Addo besuchten. Dabei war die Klimaanlage allerdings auf Dauerbetrieb und die Fenster blieben (wenn möglich) oben, denn es war mit 41 Grad der heißeste Tag in PE seit über 55 Jahren!!!! Ich bin aus Grahamstown regelmäßig Temperaturen bis zu 37 oder 38 Grad gewöhnt, aber das war irgendwie nochmal eine andere Hausnummersurprised.

 

Auf Arbeit geht es nun seit Januar (Beginn des neuen Schuljahres) wieder ordentlich zur Sache. Da wir uns dieses Jahr vor allem auf den „educational support“ konzentrieren wollen, werden tagtäglich Unterrichtsstunden in Mathe und Co. vorbereitet und am Nachmittag dann gehalten. Meinem leicht eingeschlafenen Schulwissen tut das auf jeden Fall auch sehr gutsmile. Dabei wird mir auch immer mehr bewusst, wie viel Glück wir doch mit unserem Schulsystem in Deutschland haben (Auch, wenn wir uns ständig darüber aufregen.). Wie kann es denn bitte sein, dass mir kein einziger 11. Klässler die Frage beantworten kann, was 8*9 ist und alle sofort verzweifelt nach ihrem Taschrechner suchen?surprised Da läuft meiner Meinung nach im Schulunterricht gewaltig was schiefyell!
Am Samstag werde ich eine Präsentation an der Uni halten, um unter den Studenten Freiwillige für eine Hausaufgabenbetreuung zu finden. Viele Kids kommen nach der Schule zu uns und fragen nach Hilfe bei den Hausaufgaben. Leider haben wir dafür meist wenig Zeit und können nur schnell das Nötigste helfen. Eine feste Hausaufgabenbetreuung wäre die optimale Lösung. Ich hoffe daher am Samstag viele Freiwillige für uns gewinnen zu können, um dieses Projekt durchsetzen zu können und die Schüler bestmöglich zu unterstützensmile. Dafür bin ich gerade fleißig dabei unseren Stand mit Postern, Flyern, Foto-Diashow und Co. zu gestalten.
Nebenbei arbeite ich mit meinem Arbeitskollegen und sehr guten Kumpel Thandu seit Wochen an seiner Bewerbung für einen Freiwilligendienst in Deutschland und wir üben täglich Deutsch für ein Motivationsvideocool. Heute wurde die Bewerbung dann endlich abgeschickt und nun heißt es bangen, abwarten und ganz doll Daumen drücken. Mit etwas Glück fliegt Thandu Mitte August als Freiwilliger nach Deutschland und wir können ein weiteres Jahr gemeinsam verbringen – Daumen drücken!!!!!

Thandus Bewerbungsvideo

Am Sonntag geht es nun für mich los zum Zwischenseminar, wo ich endlich alle anderen Freiwilligen wiedersehe, wir gemeinsam mit unseren Mentoren eine Woche an der Wild Coast verbringen, die vergangenen 6 Monate während einer geplanten Mehrtageswanderung Revue passieren lassen und uns Ziele für die verbleibende Zeit setzen. Anschließend geht es für mich noch 1 Woche mit meinen Mädels zum Wandern in die traumhafte Landschaft der Drakensberge -  Die Vorfreude ist riesigcool!

Bericht folgt laughing

Bye bye!

 

Einmal quer durch Südafrika

17Jan2020

Heute gibt es viel zu berichten, denn ich war einen ganzen Monat nur unterwegs und habe so unfassbar viel erlebt, dass ich es eigentlich selbst gar nicht glauben kannsurprised.

Also, wo soll ich anfangen? Alles begann Anfang Dezember: Gemeinsam mit meinem Chef, meinem Arbeitskollegen Thandu und Phillip setzte ich mich ins Auto und los ging es auf eine abenteuerliche Fahrt zur „Wild Coast“cool. Wieso abenteuerlich? Nun ja, die Gegend dort ist sehr sehr ländlich, also ist es absolut normal mitten auf der Autobahn eine Vollbremsung hinlegen zu müssen, damit eine Ziegen- oder Kuhherde in aller Seelenruhe die Straße überqueren kannlaughing. 2 weitere Stunden auf einer Matschstraße (oder soll ich lieber sagen: Schlaglöcher mit gelegentlichem Stück Straßetongue-out) mit durchgängig Tempo 20 brachten uns dann in das verträumte Xhosa-Dörfchen Bulungula. Weit weg von jeglicher Zivilisation hatten wir ein Zelt mit direktem Meerblick – Ich war im Paradiessurprised. Diese Ruhe nutzen wir in den folgenden Tagen, um das kommende Jahr vorzubereiten – das alte Jahr wurde Revue passiert, Stundenpläne für unsere Schülergruppen wurden erstellt und Unterrichtseinheiten geplant und vorbereitetsmile. Nebenbei betrieben wir auch etwas Teambuilding und waren z.B. Kajak fahren (Was echt zu einer Herausforderung werden kann, wenn man mit Thandu zusammen in einem Boot sitzt, welcher 1. noch nie in seinem Leben in einem Boot saß und 2. riesige Angst davor hat ins Wasser zu fallensmile). Unserem Chef war es außerdem sehr wichtig, dass wir weiter in die Xhosa-Kultur eintauchen und so nahmen wir einen Tagestrip zur „Queen“ (sozusagen das Oberhaupt aller Xhosa in der 45,000 Quadratkilometer großen Transkei) auf uns und durften sogar mit ihr zu Mittag essen – Was für eine Ehre und großartige Erfahrunglaughing. Nach 3 wunderschönen Tagen in Bulungula machten wir uns dann im Dauerregen zu Fuß auf den Weg in das 24km entfernte Coffee Baysurprised. Auf unserem Weg wurden wir von einer Xhosa-Familie spontan zum Teetrinken eingeladen (Ich liebe diese Gastfreundlichkeit!), sodass wir wieder einigermaßen trocken waren. Doch das hielt leider nicht lange an, denn 1h später steckten wir beim beeindruckenden „Hole in the wall“ auf einmal bis zur Hüfte in einem Fluss – Abenteuer pur laughing. In unserer Unterkunft in Coffee Bay angekommen mussten wir witzigerweise auch immer durch einen kleinen Fluss laufen, um von der Rezeption zu unserem Zimmer zu kommen. Nach 2 Tagen weiterem Dauerregen ging es dann für 1 Nacht zurück nach Grahamstown, denn am nächsten Tag ging es mit Amelie, Johanna (2 Freundinnen aus PE) und Phillip schon wieder los Richtung East London (Ein kleiner Zwischenstopp in „Hamburg“ durfte dabei natürlich nicht fehlen – Amelie fühlte sich gleich wie zu Hause wink).

 

Klick mich an für mehr Eindrücke :) !

Dort verbrachten wir 4 Tage in einer richtig süßen Backpacker Lodge (“Buccaneers Backpacker“) mit direktem Meerblick von der Terrasse – Hier würde ich gerne immer meinen Kaffee trinkencool. Wie es der Zufall so wollte, trafen wir dort auch andere deutsche weltwärts-Freiwillige wieder, die ich wenige Tage vorher auch in Coffee Bay getroffen habe – Die Welt ist schon echt klein smile. Innerhalb dieser 4 Tage erkundeten wir eine riesige Shoppingmall in East London (Wo ich doch tatsächlich passend zur Vorweihnachtszeit gebrannte Mandeln bekommen habetongue-out), gingen bowlen, Kajak fahren,wandern, hatten eine Braai-Poolparty und statteten diverse Male Subway einen Besuch ab (Zur Erklärung: Es gibt nur 2 Subways in ganz Südafrika und das musste natürlich kräftig ausgenutzt werdeninnocent). Eine Woche vor Weihnachten ging es dann zurück Richtung Grahamstown, um dort in einem Haus in einem Private Game Reserve (Wir hatten Antilopen direkt vor der Terrasse stehensurprised) den Geburtstag meiner lieben Mitfreiwilligen Leo zu feiernsmile. Nach einer letzten Nacht in Grahamstown hieß es dann für 2,5 Wochen Abschied nehmen: Das Haus wurde verriegelt und los ging die  Reise mit dem großen Ziel namens Kapstadtcool. Auf dem Weg nach PE ließen wir uns eine Fahrt durch den „Addo Elephant National Pak“ natürlich nicht nehmen, wo wir dieses Mal so viele Elefanten wie noch nie sahen. Die folgenden 5 Tage in PE wurde dann das komplette Weihnachtsprogramm durchgezogen: „Frozen 2“ im Kino schauen, Schlittschuh laufen (Jaaaaa, richtig gelesen. Das gibt es tatsächlich auch in Südafrika, nur ist man hier so gut wie alleine auf der Eisflächewink), Plätzchen backen und auch mal am Strand liegen (Weihnachten halt cool). Heiligabend hieß bei uns dieses Jahr: Grillabend mit 20 deutschen Freiwilligen, lautstarker Weihnachtsmusik, Weihnachtsmützen und Minitannenbaumlaughing – Doch die wirkliche Weihnachtsstimmung fehlte irgendwieundecided. Aber egal, denn ein Highlight jagte das nächste und am nächsten Morgen startete für mich und meine „Travelbuddies“ (Amelie, Lena, Yannick und Phillip) die große Reise Richtung Kapstadt via „Garden Route“smile.

 

Klick mich an!

6 Tage verbrachten wir insgesamt auf der Garden Route mit Zwischenstopps in Knysna, Witsand und Hermanus. Eigentlich könnte ich jetzt locker 5 Seiten alleine über diese paar Tage schreiben, aber ich fasse mich kurzwink: Die vielfältige Landschaft Südafrikas hat mich wiedermal komplett begeistert und ich verliebe mich immer mehr in dieses Landlaughing. Traumhafte, einsame Strände, endlose Weiten und imposante Bergszenerien! Wir sahen die schwierigste Hafeneinfahrt der Welt und ich stand am südlichsten Punkt des afrikanischen Kontinents, wo sich der Atlantische und Indische Ozean treffen – dem „Cape Agulhas“surprised. Tja und dann war es endlich soweit: Am 30.12. waren die 800 km geschafft und wir fuhren nach Cape Town hinein – Was für ein unglaubliches Gefühl endlich in dieser Stadt zu seinsurprised. Völlig aufgedreht sagten wir im Auto bestimmt 10 mal „OMG, da ist der Tafelberg“, aber im Endeffekt war er es doch nieinnocent.

 

Einmal hier klicken bitte :)

Kapstadt hat mich einfach vollkommen umgehauen und ich habe mich in diese Stadt verliebtsurprised. Zuerst einmal ist dort natürlich die traumhafte Lage – mitten am türkisblauen Meer und umrundet von Bergen ist die Kulisse einfach unschlagbarlaughing. Diese Multikulti-Stadt hat mich mit ihrem ganz speziellen „Vibe“ total überwältigt: Überall findet man coole Hipstercafés, Kunstgalerien, Straßenmalereien, Livemusik und so viel mehr. Eigentlich kann man das gar nicht beschreiben, man muss es einfach selbst erlebensmile. 7 Tage haben leider absolut nicht ausgereicht, um auch die volle kulturelle Seite der Stadt zu erkundenfrown. Dafür haben wir aber so ziemlich das komplette Touriprogramm durchgezogen: Mit Pinguinen am Boulders Beach durch die Gegend watscheln, „Sundowner“ (ein Getränk beim Sonnenuntergang genießen) auf dem Signal Hill, durch die bunten Häuser im Boo-Kap schlendern, auf den Lions Head wandern, den Tafelberg erklimmen (und auch wieder runterlaufen, da man an der Gondelbahn mindestens 2 h angestanden hätteyell),  ein Wine-Tasting in Südafrikas größtem Weinanbaugebiet, Tourishopping am Greenmarket Square/ Long Street und natürlich das Kap der guten Hoffnung (bei miserablem Wetter). Ja und dann gibt es noch von 2 sehr großen Höhepunkten zu berichtenwink:


Ich habe an der Waterfront in Kapstadt mit tausenden anderen Menschen und einem gigantischen Feuerwerk in das neue Jahrzehnt gefeiert – unvergessliche Momentecool. Der Abend begann mit einem leckeren Abendessen in einem Steakrestaurant mit Blick auf den Tafelberg und anschließend warteten wir geduldig auf das große Feuerwerk, wobei wir ganz traditionsgemäß „Dinner for one“ auf einem kleinen Handybildschirm schauten laughing. 0 Uhr (23 Uhr in Deutschland) war es dann endlich soweit – Yannick ließ den Sektkorken knallen und ein 10-minütiges atemberaubendes Feuerwerk begann – Hello 2020cool!!!!. Die Waterfront bebtesurprised. Auch die Tatsache, dass wir 2 Stunden brauchten, um aus dem Parkhaus rauszukommen, trübte unsere Stimmung nicht und im Auto wurde einfach weiter gefeiert.

Am 03.01. folgte dann auch schon das nächste große Highlight, denn ich habe mich zu Weihnachten selbst beschenkt und einen Paragliding-Flug über Kapstadt gebuchtlaughing. Paragliding war schon immer ein großer Traum von mir und da ließ ich mir das vor dieser Kulisse natürlich nicht entgehen. Gemeinsam mit 3 anderen Freiwilligen ging es kurz vor 10 Uhr auf den Signal Hill, plötzlich ging alles ganz schnell und schon hing ich in der Luft und der Traum war Wirklichkeitsurprised. 10 – 15 Minuten Genuss pur und nach der Ladung von allen ein großes „NOCHMAL BITTE!“!smile

 

Und ein letztes Mal klicken ;)

Und das war sie, meine große Reise nach Kapstadt, aber keine Sorge: ICH KOMME WIEDER!wink. Am 07.01. ging es die 800 km entlang der längsten Weinstraße der Welt („Route 62“) zurück und nach 14 h Reise hieß es: Hallo Grahamstownsmile!  Eine Zeit, die ich so schnell garantiert nicht vergessen werde und mit so lieben Leuten, die mir unfassbar ans Herz gewachsen sind, ging zu Endefrown.

Und nun bin ich seit fast 2 Wochen wieder mitten im Alltagsleben drin. Diese Umstellung ist mir anfangs echt nicht leicht gefallen, aber es tut auch mal gut nicht nur aus dem Rucksack zu leben smile. Seit Mittwoch sind hier die Schulferien vorbei und jetzt geht es wieder so richtig zur Sache. Aktuell bin ich dabei den Stundenplan für „Natural/Life Sciences“ (ein Mix aus Biologie und Chemie) für Klasse 9 bis 11 durchzuarbeiten und zahlreiche Unterrichtseinheiten zu planen und vorzubereiteninnocent. Doof nur, dass einem das „Loadshedding“ dabei gerne mal einen Strich durch die Rechnung macht. In letzter Zeit wird wieder oft der Strom für einige Stunden abgestellt, was auf Dauer echt verdammt nervig istyell. Hinzu kommt auch noch, dass wir das gesamte letzte Wochenende auch kein Wasser hatten. Etwas Gutes hat das Ganze aber: Man lernt diese Ressourcen viel mehr zu schätzen und merkt erstmal, wie stark man im Alltag darauf angewiesen istsmile.

So, nun aber genug gelabert!wink

Bis bald!laughing

 

Arbeit mal anders

26Nov2019

In den letzten Wochen war bei den Schülern Prüfungszeit angesagt und jetzt sind bald Ferien. Mein Arbeitsalltag sieht also aktuell meistens wie folgt aus: Viertel vor 9 geht es mit dem Fahrrad den ca. 4km langen Berg zur Arbeit hoch (Das nenne ich Frühsportsurprised! Ich wünsche mir jedes Mal eine Dusche im Office. Während der Fahrt werde ich oft angeschaut, als komme ich vom Mond. Fahrräder sieht man hier so viel wie Schnee im Sommer und dementsprechend ist es für die Leute jedes Mal ein großes Highlight zu sehen, wie ich auf meinem knallroten Fahrrad durch die Gegend rollecool. Ständig wird mir zugewunken oder ich werde angefeuert, wenn ich mich den Berg hochquäle – einfach nur niedlichsmile).
Vormittags sitze ich dann meistens im Office und kümmere mich um sämtliche Social Media Seiten/Kanäle oder ich sitze im Open Lab und registriere alle Schüler/Erwachsene, die unsere Computer nutzen in einer ewig langen Exceltabelle (Ich glaube mittlerweile kann ich den größten Teil der Schulnamen in Grahamstown auswenig, was and die 33 sindsurprised). Aufgrund der Prüfungszeit kommen unsere core groups dann manchmal überpünktlich gegen Mittag oder manchmal auch gar nicht (Das nennt man wohl African Timesmile). Planung ist also aktuell eher schwierig und meistens wird spontan gehandelt. Zwischendurch passiert dann gerne auch mal ein kleiner Notfall: Letzte Woche ist zum Beispiel unser Wassertank gebrochen, worauf wir so schnell wie möglich mit der Hilfe der Kids zahlreiche Wasserkanister zusammensuchten, befüllten und in den 2. Wassertank am anderen Ende des Gelände schütteten. Da waren wir gute 1,5 h beschäftigt, aber die Arbeit ist es definitv wert. Wasser ist ein sehr sehr wertvolles Gut. Das Eastern Cape hat zunehmend immer mehr mit Wasserproblemen zu kämpfen, die Staudämme sind nur noch zu 25% gefüllt und der Sommer kommt erst nochfrown. Um Wasser zu sparen wird mittlerweile sogar wieder regelmäßig die Wasserversorgung in der gesamten Stadt abgestellt (gerne auch mal über ein komplettes Wochenendeyell).
Letzten Donnerstag hatten wir dann die Jahresabschlussfeier mit einer unserer core groups. Es gab Kuchen, Eis, Snacks und wir hatten viel Spaß bei ein paar harten Dancebattles an der Wii. Zwischen 5 und 6 mache ich mich dann auf den Heimweg und rolle ganz entspannt den am Morgen hart erkämpften Berg wieder hinunterinnocent.


Am 04.12. beginnen dann auch schon die Schulferien, sodass meine Arbeitsstelle ab dem 13.12. auch komplett schließt und ich nur noch von zu Hause arbeiten werde. Weihnachten wird dann mit allen Freiwilligen in Port Elizabeth gefeiert und von da aus machen wir uns am 25.12 auf den Weg entlang der Garden Route bis nach Kapstadt, wo wir Silvester feiern werden und noch ein paar Tage Kapstadt erkunden werden. Ich freue mich schon riesig darauf das Land weiter zu erkundenlaughing.

Jetzt aber zu dem Grund, warum dieser Blogpost seinen Titel trägt: Letztes Wochenende ging es für uns mit 15 Schülern in ein Camp nach Hogsback (ca. 140 km nördlich von Grahamstown). Die Organisation „Hobbiton“ organisiert dort für Gruppen zahlreiche Aktivitäten zum Teambuilding und zur Verbesserung der Gruppendynamik.
Freitag früh traf ich mich also mit 3 anderen Betreuern zum Großeinkauf (und damit meine ich wirklich groooooooßembarassed), denn wir verpflegten uns dieses Wochenende komplett selber. Gegen 1 trafen dann langsam aber sicher alle Kids im Hub ein, wir beluden die 2 Großraumtaxis und machten uns auf den Weg Richtung Hogsback. Eine 2 stündige Fahrt durch wunderschöne Berglandschaft brachte uns letzendlich zum Ziel: Ein Camp miten im Wald, weit abgelegen von der Zivilisation.

Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen haben ging es auch schon los mit ein paar kleinen Spielen (sogenannte „Icebreaker“), danach bereiteten wir Betreuer das Abendessen vor und es ging zu einer Nachtwanderung der etwas anderen Art: Taschenlampen mussten zu Hause bleiben, alle hielten sich an der Schulter des Vordermannes fest und auf ging es über viele Trampelpfade in den stockfinsteren Urwald. Die Kids hatten echt Respekt, aber am Ende haben es alle gemeistert. Zum ersten Mal konnte ich den Sternenhimmel hier in seiner vollen Schönheit bewundern und dann ließ sich auch noch eine Sternschnuppe blicken - einfach nur ein magischer Momentlaughing.
Die Kids danach zum Schlafen zu überreden war eher schwierig und ab 5 Uhr morgens waren auch schon alle wieder hellwach, sodass noch vor dem Frühstück eine Runde Volleyball gespielt wurde (Schlaf war bei allen Betreuern dieses Wochenende also eher Mangelwareundecided).
Nach dem Frühstück ging es dann auf eine Wanderung zu den Wasserfällen „Madonna and Child“. Auch wenn einige Kids stark mit ihrer Fitness zu kämpfen hatten, waren alle am Ziel angekommen hellauf begeistert und sprangen sofort unter das erfrischende Wassercool. Ich wurde mit meiner Kamera schnell zur Starfotografin ernannt und hörte jede Sekunde von jeder Seite den Satz „Can you take a picture of me?“laughing.


Zurück in der Unterkunft wurde gemeinsam in Kleingruppen eine Art Orientierungslauf gestartet und danach gab es Mittagessen (Bunnychow – eine Art halbes ausgehöhltes Toastbrot mit beliebiger Füllung, wie z.B. Spiegelei und Würstchentongue-out). Anschließend begann der aufregendste Teil des Tages, wobei einige Kids echt sehr stark über sich hinausgewachsen sind: Fast jeder meisterte die Zipline und viele trauten sich sogar den anschließenden Trapezsprung aus 6 m Höhe, das Abseilen von einer 7 m hohen Plattform und die Kletterwandsmile.
Zum Abendessen wurde dann ganz typisch südafrikanisch „gebraait“ (wie Grillen in Deutschland nur mit viel mehr Fleisch anstelle von Beilagenwink). Nach einer erneuten kurzen Nacht wurden wir (im Gegensatz zum Vortag) von schlechtem Wetter begrüßt. Das hielt uns aber nicht davon ab nochmal eine kleine Wanderung zu unternehmen (unten findet ihr ein Video verlinkt - so hört sich Wandern bei Südafrikanern ansurprised) und anschließend im Mini-Hochseilgarten die Teamfähigkeit weiter zu trainierencool. Gegen 2 ging es dann auch leider wieder nach Hause. Zu gerne wäre ich den Wünschen der Kids gerecht geworden und hätte verlängertfrown.

Mein gu

Klick mich an! :)

Wir hatten ein tolles Wochenende, was uns alle enger zusammengeschweißt hat und was definitv bald wiederholt werden muss. Es war toll mit ansehen zu können, wie die Kids über sich hinausgewachsen sind, ihre Grenzen austesteten und sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat. Viele Kids kannten so etwas wie eine Kletterwand oder Zipline gar nicht und so ging es mit einem breiten Grinsen auf den Gesichtern zurück nach Hauselaughing.

Bis demnächst!

Hier ist einiges anders...

24Okt2019

Nach über 2 Monaten in Südafrika lernt man viele Dinge, die man in Deutschland hat und als selbstverständlich erachtet, sehr zu schätzen. Ein für mich sehr wichtiges Gut ist meine Freiheit, sowie ein Sicherheitsgefühl und genau darum soll es heute gehensmile:
(Vorher möchte ich aber noch sagen, dass dieser Bericht nur MEINE Erfahrungen, Empfindungen und Eindrücke widerspiegelt und keinesfalls ganz Südafrika! Zudem geht es in diesem Bericht um ganze 2 Monate und nicht nur einen 2-wöchigen Urlaub!wink)

 „Safety and Security“- bereits DAS Thema beim Vorbereitungsseminar und auch vor Ort oft präsent in meinem Kopf. Vor meiner Haustür befindet sich ein abgeschlossenes Gitter, die Haustür selbst hat 2 Schlösser und lässt sich von innen nochmals mit 4 Riegeln verschließen. Um aus dem Haus rauszukommen ist man also erstmal eine Weile beschäftigt, aber so weit so gut. In meinem Zimmer habe ich einen so genannten „panic button“ liegen. Wenn ich diesen drücke, steht innerhalb weniger Minuten ein bewaffneter Mann der Securityfirma „HiTec“ vor meiner Haustür. Der Sicherheitsgedanke ist also stets überall zu spüren. Wirklich stören tut mich an dem Sicherheitsproblem allerdings die Tatsache, dass ich mit Einbruch der Dunkelheit nicht mehr alleine draußen herumlaufen sollte. Nach der Arbeit muss ich mich meist etwas beeilen, um noch schnell etwas einkaufen zu gehen oder eine kleine Runde joggen zu gehen, bevor die Sonne untergeht. Am Wochenende laufe ich nur mit Freunden gemeinsam zu einer Party und für den Rückweg rufe ich mir erst recht ein Cab (deutsches Taxi, kostet aber nur ca. 2 Euro) oder nehme notfalls das Fahrrad. Das ist etwas, was ich aus Deutschland einfach nicht kenne. In meiner Kleinstadt denke ich meist gar nicht darüber nach zu irgendeiner bestimmten Uhrzeit nicht draußen herumzulaufen. Doch hier gehört das zu meinem Alltag.

Auch tagsüber achte ich darauf, wo ich meine Wertsachen habe und gehe möglichst immer auf Nummer sicher. Was nicht dringend mit muss bleibt zu Hause. Sobald ich mich in der Dämmerung unsicher fühle, wenn eine Person mir entgegenkommt oder hinter mir läuft, dann wechsle ich mittlerweile automatisch die Straßenseite. Bei Bettlern bin ich generell vorsichtig und wenn mich eine fremde Person von der Seite anspricht, bin ich automatisch etwas misstrauisch, gehe auf Distanz und bin nicht sofort offen und superfreundlich, auch wenn die Person doch nur nach dem Weg fragt. Das finde ich sehr sehr schade. Zu gerne würde ich direkt offen auf die Leute zugehen und den Vorurteilen vom „reichen, egoistischen Weißen“ entgegenwirken, aber das ist manchmal einfach nicht möglich. Es ist traurig, wie ein solch wunderschönes Land von derartig hoher Kriminalität geprägt ist. Aber eigentlich ist das auch kein großes Wunder, wenn ich überlege, dass ich am Morgen in einem Coffee Shop mit lauter weißen Studenten sitze, genüsslich meinen Kaffee schlürfe, weiter in meiner Rosawolkenwelt träume, danach 10 min laufe und im Township das Leben am Existenzminimum sehe. Südafrika ist geprägt durch eine RIESIGE Kluft zwischen Arm und Reich, durch eine drastisch hohe Arbeitslosigkeit (aktuell bei 29% und sie steigt von Jahr zu Jahr) und extreme Gegensätze, die man sich als Europäer eigentlich kaum vorstellen kann. Die Folge: Kriminalität!

Aber nun die Frage: Fühle ich mich sicher?

Jaaaaa! Bis jetzt hatte ich keinen Moment, in dem ich Angst hatte. Grahamstown ist im Allgemeinen eine sehr sehr sichere Stadt im Vergleich zu Johannesburg oder Kapstadt. Kriminalität in Verbindung mit Gewalt gibt es hier so gut wie gar nicht (meistens „nur“ Taschendiebstahl) und tagsüber braucht man sich eigentlich erst Recht keine Sorgen zu machen. Ich tausche mich viel mit anderen Freiwilligen aus PE oder Kapstadt aus und im Vergleich dazu, gibt es so viele Dinge, die ich in Grahamstown unbesorgt machen kann. Darüber bin ich echt sehr froh!laughing

Dieser Post klingt jetzt echt sehr negativ und erweckt vielleicht einen sehr extremen Eindruck, aber all diese Sicherheitsvorkehrungen sind bei mir mittlerweile komplette Automatismen und es ist keinesfalls so, dass ich durch die Stadt laufe und die ganze Zeit Angst vor einem Überfall habe oder ständig darüber nachdenke, wie ich denn mein Handy am besten verstecke.
Alles in allem kann ich aber sagen, dass sich das alltägliche Leben hier schon sehr stark von Deutschland unterscheidet. Ich lerne es zu schätzen in Deutschland tagtäglich jede Sekunde Wasser aus der Leitung und Strom aus der Steckdose zu haben und ich weiß unsere Freiheit/Sicherheit zu schätzen. Aber versteht mich nicht falsch: Ich liebe es diese Erfahrungen machen zu können, sie regen mich zum Nach- und Umdenken an, und ich liebe Südafrika!  Jede Woche, wenn ich während des Sonnenunterganges joggen gehe und über die unendlichen Weiten blicke, dann geht mir einfach nur das Herz auf und ich habe ein riesiges Grinsen im Gesichtlaughing.  Von meinem aktuellen Punkt würde ich sagen: Man muss Südafrika einfach mal erleben und die Kultur hautnah spüren! Dieses eine Jahr hier zu leben ist eine großartige Erfahrung, die ich definitiv nicht hätte verpassen wollen. Ich nehme so viel mit, wie nur irgendwie möglich, ich bin glücklich und einfach sooo dankbar für diese Chancesmile.

Ansonsten geht es für mich dieses Wochenende wieder nach PE zu einem Treffen mit meinem Mentor Jonas (Das Thema: Safety and Security. Was für ein Zufalltongue-out) und übernächstes Wochenende geht es mit allen Eastern Cape Freiwilligen auf einen 3-tägigen Trip nach Plettenberg Baycool. Die Vorfreude ist riiiiesiglaughing!