Berichte von 11/2019

Arbeit mal anders

26Nov2019

In den letzten Wochen war bei den Schülern Prüfungszeit angesagt und jetzt sind bald Ferien. Mein Arbeitsalltag sieht also aktuell meistens wie folgt aus: Viertel vor 9 geht es mit dem Fahrrad den ca. 4km langen Berg zur Arbeit hoch (Das nenne ich Frühsportsurprised! Ich wünsche mir jedes Mal eine Dusche im Office. Während der Fahrt werde ich oft angeschaut, als komme ich vom Mond. Fahrräder sieht man hier so viel wie Schnee im Sommer und dementsprechend ist es für die Leute jedes Mal ein großes Highlight zu sehen, wie ich auf meinem knallroten Fahrrad durch die Gegend rollecool. Ständig wird mir zugewunken oder ich werde angefeuert, wenn ich mich den Berg hochquäle – einfach nur niedlichsmile).
Vormittags sitze ich dann meistens im Office und kümmere mich um sämtliche Social Media Seiten/Kanäle oder ich sitze im Open Lab und registriere alle Schüler/Erwachsene, die unsere Computer nutzen in einer ewig langen Exceltabelle (Ich glaube mittlerweile kann ich den größten Teil der Schulnamen in Grahamstown auswenig, was and die 33 sindsurprised). Aufgrund der Prüfungszeit kommen unsere core groups dann manchmal überpünktlich gegen Mittag oder manchmal auch gar nicht (Das nennt man wohl African Timesmile). Planung ist also aktuell eher schwierig und meistens wird spontan gehandelt. Zwischendurch passiert dann gerne auch mal ein kleiner Notfall: Letzte Woche ist zum Beispiel unser Wassertank gebrochen, worauf wir so schnell wie möglich mit der Hilfe der Kids zahlreiche Wasserkanister zusammensuchten, befüllten und in den 2. Wassertank am anderen Ende des Gelände schütteten. Da waren wir gute 1,5 h beschäftigt, aber die Arbeit ist es definitv wert. Wasser ist ein sehr sehr wertvolles Gut. Das Eastern Cape hat zunehmend immer mehr mit Wasserproblemen zu kämpfen, die Staudämme sind nur noch zu 25% gefüllt und der Sommer kommt erst nochfrown. Um Wasser zu sparen wird mittlerweile sogar wieder regelmäßig die Wasserversorgung in der gesamten Stadt abgestellt (gerne auch mal über ein komplettes Wochenendeyell).
Letzten Donnerstag hatten wir dann die Jahresabschlussfeier mit einer unserer core groups. Es gab Kuchen, Eis, Snacks und wir hatten viel Spaß bei ein paar harten Dancebattles an der Wii. Zwischen 5 und 6 mache ich mich dann auf den Heimweg und rolle ganz entspannt den am Morgen hart erkämpften Berg wieder hinunterinnocent.


Am 04.12. beginnen dann auch schon die Schulferien, sodass meine Arbeitsstelle ab dem 13.12. auch komplett schließt und ich nur noch von zu Hause arbeiten werde. Weihnachten wird dann mit allen Freiwilligen in Port Elizabeth gefeiert und von da aus machen wir uns am 25.12 auf den Weg entlang der Garden Route bis nach Kapstadt, wo wir Silvester feiern werden und noch ein paar Tage Kapstadt erkunden werden. Ich freue mich schon riesig darauf das Land weiter zu erkundenlaughing.

Jetzt aber zu dem Grund, warum dieser Blogpost seinen Titel trägt: Letztes Wochenende ging es für uns mit 15 Schülern in ein Camp nach Hogsback (ca. 140 km nördlich von Grahamstown). Die Organisation „Hobbiton“ organisiert dort für Gruppen zahlreiche Aktivitäten zum Teambuilding und zur Verbesserung der Gruppendynamik.
Freitag früh traf ich mich also mit 3 anderen Betreuern zum Großeinkauf (und damit meine ich wirklich groooooooßembarassed), denn wir verpflegten uns dieses Wochenende komplett selber. Gegen 1 trafen dann langsam aber sicher alle Kids im Hub ein, wir beluden die 2 Großraumtaxis und machten uns auf den Weg Richtung Hogsback. Eine 2 stündige Fahrt durch wunderschöne Berglandschaft brachte uns letzendlich zum Ziel: Ein Camp miten im Wald, weit abgelegen von der Zivilisation.

Nachdem wir unsere Unterkunft bezogen haben ging es auch schon los mit ein paar kleinen Spielen (sogenannte „Icebreaker“), danach bereiteten wir Betreuer das Abendessen vor und es ging zu einer Nachtwanderung der etwas anderen Art: Taschenlampen mussten zu Hause bleiben, alle hielten sich an der Schulter des Vordermannes fest und auf ging es über viele Trampelpfade in den stockfinsteren Urwald. Die Kids hatten echt Respekt, aber am Ende haben es alle gemeistert. Zum ersten Mal konnte ich den Sternenhimmel hier in seiner vollen Schönheit bewundern und dann ließ sich auch noch eine Sternschnuppe blicken - einfach nur ein magischer Momentlaughing.
Die Kids danach zum Schlafen zu überreden war eher schwierig und ab 5 Uhr morgens waren auch schon alle wieder hellwach, sodass noch vor dem Frühstück eine Runde Volleyball gespielt wurde (Schlaf war bei allen Betreuern dieses Wochenende also eher Mangelwareundecided).
Nach dem Frühstück ging es dann auf eine Wanderung zu den Wasserfällen „Madonna and Child“. Auch wenn einige Kids stark mit ihrer Fitness zu kämpfen hatten, waren alle am Ziel angekommen hellauf begeistert und sprangen sofort unter das erfrischende Wassercool. Ich wurde mit meiner Kamera schnell zur Starfotografin ernannt und hörte jede Sekunde von jeder Seite den Satz „Can you take a picture of me?“laughing.


Zurück in der Unterkunft wurde gemeinsam in Kleingruppen eine Art Orientierungslauf gestartet und danach gab es Mittagessen (Bunnychow – eine Art halbes ausgehöhltes Toastbrot mit beliebiger Füllung, wie z.B. Spiegelei und Würstchentongue-out). Anschließend begann der aufregendste Teil des Tages, wobei einige Kids echt sehr stark über sich hinausgewachsen sind: Fast jeder meisterte die Zipline und viele trauten sich sogar den anschließenden Trapezsprung aus 6 m Höhe, das Abseilen von einer 7 m hohen Plattform und die Kletterwandsmile.
Zum Abendessen wurde dann ganz typisch südafrikanisch „gebraait“ (wie Grillen in Deutschland nur mit viel mehr Fleisch anstelle von Beilagenwink). Nach einer erneuten kurzen Nacht wurden wir (im Gegensatz zum Vortag) von schlechtem Wetter begrüßt. Das hielt uns aber nicht davon ab nochmal eine kleine Wanderung zu unternehmen (unten findet ihr ein Video verlinkt - so hört sich Wandern bei Südafrikanern ansurprised) und anschließend im Mini-Hochseilgarten die Teamfähigkeit weiter zu trainierencool. Gegen 2 ging es dann auch leider wieder nach Hause. Zu gerne wäre ich den Wünschen der Kids gerecht geworden und hätte verlängertfrown.

Mein gu

Klick mich an! :)

Wir hatten ein tolles Wochenende, was uns alle enger zusammengeschweißt hat und was definitv bald wiederholt werden muss. Es war toll mit ansehen zu können, wie die Kids über sich hinausgewachsen sind, ihre Grenzen austesteten und sich ein Gemeinschaftsgefühl entwickelt hat. Viele Kids kannten so etwas wie eine Kletterwand oder Zipline gar nicht und so ging es mit einem breiten Grinsen auf den Gesichtern zurück nach Hauselaughing.

Bis demnächst!